Finnland ist oft bekannt für seine schneereichen Winter, weiten Wälder und seine Abhängigkeit von Kernenergie und Bioenergie. Allerdings zeigt eine Reihe von Studien zur Energiewende der LUT-Universität, dass Solarenergie ein bedeutender Bestandteil von Finnlands Energiestrategie sein könnte. Die Forschung zeigt, dass Solarenergie der kosteneffektivste Weg für Finnland sein könnte, um ein hoch erneuerbares Energiesystem bis 2050 zu erreichen.
Die Solarenergie-Kapazität Finnlands soll von etwa 2 GW im Jahr 2023 auf 68 GW bis 2050 ansteigen. Dies wird 62% der gesamten installierten Stromkapazität des Landes und 30% der erzeugten Elektrizität ausmachen. Die Forschung umfasst verschiedene Szenarien, die den kosteneffektivsten Pfad für Finnlands Energiesystem zeigen.
Einer der Gründe für Finnlands hohes Solarenergie-Potenzial ist das Phänomen der „Nachtlosen Nacht“. In Regionen wie Lappland ist Sonnenlicht 24 Stunden am Tag während der Sommermonate verfügbar. Dies schafft eine saisonale Komplementarität mit Windenergiequellen. Während Windkraft in den Wintermonaten dominiert, übernimmt Solarenergie in Frühjahr und Sommer und füllt die Elektrizitätsproduktionslücke.
Die Forschung zeigt, dass der Wert von Solarenergie nicht nur in seinem jährlichen Ertrag liegt, sondern auch in seiner saisonalen Zeitigung. Solarenergie, die im Sommer dominiert, ermöglicht es, Windenergie im Herbst und Frühjahr zu nutzen und Bioenergie als Flexibilitätsanbieter zu verwenden. Dies schafft eine starke erneuerbare Energiebasis im Laufe des Jahres.
Finnland hat sich verpflichtet, seine globale Kernenergie-Kapazität bis 2050 zu verdreifachen, aber die Forschung zeigt, dass Kernenergie nicht mit Solarenergie und Windenergie konkurrieren kann. Die jährlichen Systemkosten neuer Kernkraftwerke sind 71-84% höher als die von erneuerbaren Energiesystemen. Selbst bei sehr optimistischen finanziellen Annahmen für Kernenergie bleibt ein Solarenergie- und Windenergie-basiertes System 37% günstiger.
Quelle: PV Magazine